eEtiquette, Nettiquette, Chatiquette…
Ein neuer Anlauf für die Benimmregeln im Internet wurde gestartet. Wie ich vor einiger Zeit schon schrieb kamen Politiker auf die Idee die Do’s und Don’ts des Internet niederzuschreiben und für jedermann zugänglich zu machen.
Nachdem wohl über einen langen Zeitraum vorschläge für Sinnfreievolle Regeln gesammelt wurden, hat jemand diese auf eine Website aus den frühen 50er Jahren gesammelt – und dabei gegen sämtliche ungeschriebenen Verhaltensregeln für vernünftige Webseiten verstoßen wie Lesbarkeit, Barrierefreiheit, Geschmack…
Für alle die Schmerzfrei beim anscheuen von Internetseiten sind, findet sich hier das Ergebnis.
Schade nach meiner Meinung:
- Die Regeln sind viel zu Umfangreich und teilweise redundant.
- Die Regeln führen in die vollkommen falsche Richtung, zum Beispiel Regel 8. Warum sollte man Rechtschreibfehler online ignorieren? Ganz im Gegenteil, da unsere Jugend bereits immer schlechter in deutscher Rechtschreibung wird sollte jeder im Internet als Vorbild dienen und sich die Zeit nehmen (zumindest zu versuchen) korrekt zu schreiben.
- Regeln widersprechen sich, zum Beispiel widerspricht Regel 8 der Regel 14 aber nur wenn nicht die Phrase aus Regel 10 Verwendung findet.
- trennen nicht zwischen Verhalten im Umgang mit den neuen Medien ausserhalb der digitalen Welt und Verhalten in der digitalen Welt. So hat Regel 20 nun wirklich gar nichts mit dem Verhalten in der digitalen Welt zu tun.
- Einige der Regeln widersprechen dem normalen Verhalten mit älteren Medien komplett, so zum Beispiel Regel 31. Wer ein Telefon hat, wird angerufen, wenn es eingeschaltet ist. Warum sollte ich bei eingeschaltetem Skype dieses nicht auch tun dürfen?
Es gibt bestimmt noch mehr Punkte, die ich hier ankreiden könnte, aber etwa bei Regel 35 bekam ich Kopfschmerzen von der wirklich schlechten Darstellung auf der Seite…