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Schritt für Schritt

Dienstag, 09. Februar 2010

Gehe große Probleme mit großer Leichtigkeit an.  Kleinere Probleme dafür umso ernster.

Man mag es nicht glauben, aber meine Erfahrungen zeigen doch immer wieder, dass es einem gut tut, sich an dieses Schema zu halten. Nicht nur, dass kleinere Erfolge einem immer ein bisschen aufbauen und die Motivation wieder herstellen um das nächste Problem anzugehen. Es ist auch so, dass große Probleme meist nicht direkt durch einen selbst beeinflussbar sind, sondern nur indirekt.

Ich möchte dieses alte Thema aufgrund meines aktuellen kleinen Erfolges heute erneut ansprechen und ein bisschen erweitern. Mich plagen seit der Aufnahme meiner aktuellen Tätigkeit zwei Probleme, ein großes, und ein verhältnismäßig kleines, letzteres konnte gelöst werden.

Vor vier Monaten wurde mir das Wort gegeben, dass mein Arbeitsplatz nur eine Übergangslösung sei (die physische Sitzposition, im Durchgang zwischen zwei Büros). Da ich dieses kleine Problem nicht beachtet habe, hat sich auch exakt gar nichts daran getan. Ein Wort wird wohl schnell gegeben – und genausoschnell wieder vergessen. Nach vier Monaten habe ich mich besinnt und des Problems selbst angenommen. Erst versucht höflich die hierarchischen Strukturen des Unternehmens einzuhalten – was erfolglos war und fast zwei Wochen Zeit kostete. Dann mit wesentlich mehr Nachdruck und deutlicherem Ton über die hierarchischen Strukturen hinweg. Was nach nur wenigen Tagen zu einem Erfolg führte. Ein Beweis dafür, dass es vorher schlichtweg nicht als Nötig erachtet wurde sich an sein Wort zu halten – denn offenbar waren die Hindernisse die ganze Zeit über nicht real vorhanden sondern nur vorgeschoben.

Jedenfalls kann ich mich nun an meinem Arbeitsplatz wesentlich entspannter fühlen und noch mehr auf die Arbeit konzentrieren – was sich nebenbei Bemerkt indirekt positiv auf mein größeres Problem auswirken wird.

Als Randnotiz: Menschen die leichtfertig ihr Wort geben, und es danach vergessen haben keinen Respekt von mir zu erwarten – gleich in welcher Position sie sich befinden, im Gegenteil, je höher die Position der Person, umso wichtiger sollte ein Wort von ihr sein.

Wenn ihr ein für euch kleines Problem gelöst haben wollt, müsst ihr es energisch angehen, da die anderen Beteiligten dieses sonst auch als kleines Problem ansehen und es in der Prioritätenliste ganz weit nach unten schieben, oder gar verdrängen. Wenn den anderen Beteiligten euer energischer Ansatz auffällt, wird dieses kleine Problem jedoch plötzlich zum Dorn im Rücken. Unangenehm, jedoch schnell zu beseitigen. Der leichteste Ausweg wird da ganz deutlich.

Ist Blut ist dicker als Wasser?

Samstag, 17. Februar 2007

Des letzte was ich von meiner Familie hörte war irgendein im Zorn gesprochenes Wort, welches durch den Telefonhörer drang, bevor ich aufgelegt hatte. Das war vor ungefähr zwei Wochen. Nichts ungewöhnliches, nicht bei uns.

In meiner Familie bin ich seit längerem schon nur das schwarze Schaf, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich konnte nicht im geringsten mit meiner grossen Schwester mithalten. Meine Schullaufbahn war nicht im geringsten so erfolgreich, mein beruflicher Werdegang sollte hier erst gar nicht erwähnt werden. Und zwischendurch war ich angeblich noch für die kaputte Beziehung meiner Mutter verantwortlich, weswegen ich den morgen meines 18 Geburtstages nicht mehr zuhause erleben durfte, sondern kurzfristig in einem Gästebett bei einer Schulkollegin einquartiert.

Seither hab ich immer versucht für alle da zu sein, jedoch am meisten für meine Freunde, wobei eigentlich meine Familie immer an erster Stelle stehen sollte. Aber meine Familie, so sehr sie mich auch unterstützt hat, hat mich auch immer wieder verstossen. Daher sind meine Freunde für meine Familie eingesprungen, so hat sich das bei mir eingebrannt. Um mich zu schützen, habe ich mich weiter abekapselt, habe meine angeblichen Freunde versucht so gut wie möglich kennenzulernen und habe viele ausgesiebt, das nur eine Handvoll übriggeblieben ist. Für jeden von denen würde ich ohne zu zögern durchs Feuer gehen, nicht nur als Redensart gemeint.

Meine Familie ist in den Hintergrund gerückt. Ich war auch für meine Familie da, und bin es heute noch. Doch wenn ich wieder zu spüren bekomme das ich doch nur das schwarze Schaf der Herde bin, verliere ich das dünne Band zwischen meiner Familie und mir aus den Augen. Das eigene Blut sollte man nicht belügen, und sich selbst schon gar nicht. Auch das war ein Grund, warum ich jenes letzte Gespräch abgebrochen habe. Vertrauen ist gebrochen, bis zum letzten Faden. Und den möchte ich nicht auch noch verlieren, weshalb ich nun den Kontakt meide.

Blut ist dicker als Wasser? Eine tatsache ja, aber ob dies als Redensart gut gewählt ist, wage ich schlicht zu bezweifeln. Wasser ist die Beziehung zu allen Menschen, Blut die Beziehung für die Menschen, für die man sein eigenes Blut opfern würde. Und schon hat das Sprichwort mit der Familie nur noch im zweiten Sinne zu tun, da die Freunde wichtiger geworden sind.

Problemlösung

Montag, 13. November 2006

Im Buch des Kriegers findet sich folgender Absatz: Es ist schwer, sich von seinen schlechten Gewohnheiten zu trennen und selbstlos zu sein. Wer ein schwieriges Problem lösen will, dem empfehle ich: Lass es zuerst auf sich beruhen und besinne dich auf die vier Schwüre in deinem Herzen. Schließe dann deinen Eigennutz aus und packe das Problem beherzt an und du wirst dein Ziel erreichen.

Es stellt sich die Frage, wie lange man ein Problem auf sich beruhen lassen soll. Nun, dazu gibt es an anderer Stelle genug Antworten, nur gibt es keine allgemein gültige. Ein guter Grundsatz kann hier sein, zu beachten, ob Leid aus dem Problem hervorgeht, oder nicht. Ein Problem, das Leiden hervorruft kann bei weitem nicht so lange auf sich beruhen, wie eines, welches keinem Schadet.

Abstrakt gesehen, verursacht jedes Problem irgendein Leid. So wie es ausschaut, gilt es also Leid zu klassifizieren. Ob ein Leid groß oder klein ist, kann bestimmt nicht objektiv betrachtet werden, somit sollte man sich bei obiger Fragestellung auf andere Klassifikationen besinnen. Wer sich nach der Intensität des Leides richtet, wird eher objektiv sein können, bei der Beurteilung, ob sofort angegangen werden soll, oder nicht. Ein Leid, welches ständig einwirkt darf nicht lange auf sich beruhen, ein Leid, welches an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, sich somit nur als kurzweiliges und wiederkehrendes Leid zu erkennen gibt, kann getrost länger auf sich beruhen.

Ein simples Beispiel für ein ständiges Leid wäre der Stein im Schuh, sowohl bei jedem Schritt, als auch beim Stehen verursacht der Stein ein Leid. Der Träger wird sich nicht wohl fühlen können, solange der Stein im Schuh verbleibt, womöglich wird seine Konzentration, sogar sein inneres Gleichgewicht gestört. Ein solches Leid darf nicht lange auf sich beruhen.
Als ein kurzweiliges Leid, womöglich noch wiederkehrender Natur, möchte ich das Stumpfe Küchenmesser anführen. Es fügt keinem ein Leid zu, wenn es nicht gebraucht wird. Und wenn man es braucht, dann nur für kurze Augenblicke, danach verschwindet es wieder im Block. Es erfüllt seinen Zweck, jedoch nicht zufrieden stellend. Jedes mal, wenn es benutzt wird, wird es zu einem Leid für den Benutzer, jedoch nur für wenige Augenblicke. Ein solches Leiden darf ruhig länger auf sich beruhen, so keine Zeit ist, es direkt anzugehen.

Wenn das Problem nun lange genug auf sich beruhte, solle man seinen Eigennutz ausschließen und das Problem ohne diesen, beherzt angehen. Yare, den Eigennutz auszuschließen bedeutet, das Problem so zu beheben, dass es nicht nur für sich selbst behoben ist, sondern generell. Ein Problem, welches Eigennützig behoben wurde, stellt für andere noch ein Problem dar. Somit ist es nicht behoben. Zudem ist es rücksichtslos und egoistisch, ein Problem im Eigennutz zu beheben. Beherzt soll das Problem zudem angegangen werden. Beherzt, aber ohne Eigennutz. Es geht nicht nur darum, das Problem für sich selbst zu lösen, sondern für alle, die von dem Problem betroffen sind. Wer sich einem Problem beherzt widmet, wird nicht davon ablassen, bis es grundlegend gelöst ist. Nicht nur für sich selbst, sondern für alle, für die dieses Problem existiert.

Wenn etwas im Weg liegt, so ist dies ein Problem. Wie lange dieses Problem auf sich beruhen mag, ist hier nicht von Interesse, lediglich, die beherzte Lösung unter Ausschluss des Eigennutzes. Wer sich diesem Problem annimmt, kann die Blockade einfach aus seinem Weg schaffen, somit hätte er dieses Problem für sich gelöst, die Blockade steht jetzt jemand anderem im Weg. Ein Krieger sollte keine Probleme für sich selber lösen, er sollte einfach Probleme lösen. Die Blockade also so beseitigen, dass sie niemandem im Weg steht. Wenn dies außerhalb seiner Möglichkeiten liegt, sollte er sich so beherzt um diese Angelegenheit kümmern, bis das Problem endgültig gelöst ist.