Nett sein
Frau Von der Leyen fordert die anonymen Gestalten des Internet auf, sich gegenseitig mehr zu Respektieren und Nett zu einander zu sein. Nach ihrer Meinung sollte es einen Verhaltenskodex für das Internet geben.
Vielleicht sollte jemand der netten Frau mal erklären, dass es etwas in der Art schon seit den Anfängen des Internet, dem Usenet gibt. Die Nettiquette wird in vielen Varianten verwendet, nicht nur im Usenet, sondern auch auf den meisten Boards und in vielen Chats. Alte Hasen des IRC-Chatsystems haben immer noch auf ihren Servern eine Version der Nettiquette über einen Chatbefehl abrufbar.
Das Problem an solchen Kodizes, und das ist der Grund warum ich darüber schreibe, ist die Akzeptanz selbiger. In den letzten Jahrzehnten hat unsere Gesellschaft immer mehr Werte verloren, wobei der Trend stabil bleibt. Ein paar Kodizes werden in kleinen Gruppen immer noch befolgt, etwa die Kleidungsordnung in der Oper, wobei auch dieses schon wesentlich lockerer geworden ist.
Alle Kodizes sind jedoch gewachsen, haben sich aus Bräuchen und Gewohnheiten entwickelt. Man kann nicht einfach einen Kodex bauen und von anderen Verlangen sich an diesen zu halten. Unser Rechtssystem ist das beste Beispiel dafür, dass so etwas nicht funktioniert, zu oft wird der Kodex unserer Gesellschaft einfach gebrochen.
Anstelle der großen Allgemeinheit etwas vorzusetzen und sie zum akzeptieren zu überreden, sollte man mit der Gesellschaft arbeiten um etwas gemeinsam aufzubauen.
24. Juli 2009 um 11:14
[...] auch: forestwalk.de Veröffentlicht in heinkas ExtraService, internet news, internet recht, www news. [...]
28. Juli 2009 um 23:53
Mir zeigt so eine Forderung einmal mehr, wie wenig sich die Herren und Damen dort oben mit dem auskennen über das sie reden… Mal unabhängig davon, wie sehr sich daran gehalten wird oder nicht, ist jedem der auch nur sporadisch Internetkommunikation nutzt bekannt, dass es Netiquetten, Chatiquetten etc. gibt. Wie wenig also muss man sich mit der Materie auseinander gesetzt haben, wenn einem das nicht geläufig ist? Und um die Kurve zu kriegen: Von wem kann man eigentlich noch verlangen dergleichen zu beachten, wenn diejenigen die es fordern es nichtmal lesen?
16. September 2009 um 09:08
meinst du damit, weil einige sich an bestimmte Regeln sich nicht halten (wollen), man die Regeln abschaffen soll? ichglaube das nennt man dann Anarchie.
Gemeinsam etwas aufbauen, an das alle glauben, in dem sich alle wiederfinden Das wäre schon. Das wäre dann Kommunismus.
Menschen brauchen Regeln.Und eswird immer eine Anzahl geben, die diese übertritt oder nicht akzeptiert. Dies kann sein gutes haben, oder sein schlechtes.
Viele Kodizes, Gesetze, Regeln, Etiketten, werden übergangen, weil sie überkommen sind. Dann hören diese auf zu existieren. Wie zB. das “Siezen” der Eltern. Andere bergen in sich so etwas wie eine “universelle Weisheit” in sich. Achtung und Respekt anderen gegenüber. Leider werden auch die ständig übergangen, hören aber nicht auf zu existieren.
Hab meine philosophischen heute.
16. September 2009 um 13:37
Gemeinsam etwas aufzubauen als Kommunismus zu bezeichnen ist etwas arg zynisch, im Kommunismus wurde gemeinsam etwas aufgebaut, dies bedingt jedoch nicht das Gegenteil. Unsere Demokratie wurde auch gemeinsam aufgebaut, ist trotzdem kein kommunistisches Gebilde.
Ich jedenfalls meine, man muss nichts neues Aufbauen, sondern sollte lieber nachdenken das vorhanden zu unterstützen, was bereits von der Masse aufgebaut wurde. Es gibt leider nur einen sinnvollen Konsens aus der Geschichte, und das wäre das Authentifizierte Internet. Mag nicht jedem gefallen, aber wer zu den steht, was er schreibt den störts nichts.
15. Juli 2010 um 09:44
[...] neuer Anlauf für die Benimmregeln im Internet wurde gestartet. Wie ich vor einiger Zeit schon schrieb kamen Politiker auf die Idee die Do’s und Don’ts des Internet niederzuschreiben und [...]