Das Geocaching inzwischen ein festes Hobby von mir und meiner liebsten geworden ist, ist ja nun nicht mehr unbekannt. Am erfolgreichsten und am spannendsten sind bisher die Nachtcaches gewesen.
Nachdem wir am Freitag mit 4 Leuten versucht haben den Metzger von Duisburg, einen Horror-Cache in Duisburg, nicht finden konnten, genauer gesagt konnten wir exakt einen Reflektor finden und sonst nichts, haben wir uns gestern aufgerafft und einen anderen Horror-Cache in Ickern gesucht.
Mal abgesehen davon, dass die Straßenführung für einen Großstädter schon Graus genug ist, lagen unsere Startkoordinaten irgendwo abseits der bekannten Straßen meines Navis. Nach einem einleitenden Fußmarsch durch ein schönes Naherhohlungsgebiet konnten wir aber starten. Der Anfang war auch noch sehr angenehm, breite Wege und der fast volle Mond machten die Taschenlampen beinahe überflüssig. Bis wir an der ersten Station vorbei waren. Denn dann kam der Nebel.
Mit jedem Schritt wurde es schlimmer und die Taschenlampen zeigten nur noch gestreutes Licht und den Boden direkt vor den eigenen Füßen. Trotzdem konnten die Spürnasen an der Brücke den ersten Hinweis finden.

Ok, es ist vielleicht noch nicht so ungewöhnlich, dass man einen Hinweis erhält, den man aus Zähnen und einem Dentalabdruck selbiger zusammensetzen muss… aber es geht ja noch weiter und natürlich tiefer in den Nebel rein, weg von den breiten übersichtlichen Wegen rein ins hohe nasse Gras. Dem Listing nach zu folgen sollte ein Kopf an den nächsten Koordinaten versteckt sein. Mit den schlimmsten Befürchtungen tasteten wir uns ins dunkle und leuchteten vorsichtig jedes mögliche Versteck aus. Wir fanden eine kleine Kiste, Blutverschmiert, welche wir öffneten und… einen Schritt zurücksprangen. Nach dem ersten Schreck, der eher aus der Situation denn aus dem Gefunden entstanden war, hörte man das Lachen unserer beginnenden Verzweiflung durch das weitläufige Areal hallen. Für die Spurensicherung haben wir auch hier ein Beweisfoto gemacht.

Durch offene Flächen mit hohem Gras und bedeckt von dichtem Nebel folgten wir den Hinweisen zur nächsten Station, wo aus dem Schrecken der Weite, das beklemmende Gefühl der Enge wurde, als wir einen kleinen Waldpfad betraten. Mit zum zerreissen gespannten Nerven und vollgepumpt mit Adrenalin fanden wir den nächsten Hinweis. Ein kleiner Behälter in dem die Überrester zweier Opfer des Killers liegen sollten. Allerdings waren die Würmer schneller als wir, den Hinweis haben sie allerdings nicht angerührt.

Von hier aus ging es wirklich tief ins Unterholz, weit abseit von Trampelpfaden. Durch Dornenbüsche und Brennessel Plantagen gelangten wir zu einer weiteren letzten Ruhestätte. Hier hat uns der Killer einen eindeutigen Hinweis hinterlassen, den ich frei interpretiert an ihn zurücksenden möchte.

Mit diesem “Fingerzeig” konnten wir unseren Weg fortsetzen, raus aus dem düsteren Wald, über ein Hügelfeld bis wir uns über eine Böschung und durch einen Graben kämpfen mussten. Dort fanden wir den Hüter der finalen Koordinaten.

Um niemanden den Spaß zu nehmen werde ich hier nicht Bilder vom Final posten, aber wir waren Erfolgreich. Gegen 1 Uhr nachts konnten wir uns ins Logbuch eintragen. Und dann entspannt und klönend den Heimweg antreten. Da sich das Adrenalin genau so schnell abbaut, wie es wirkt, waren wir uns wenige Minuten später recht einig, dass es eine sehr schöne Runde war, gar nicht gruselig, evtl ein bisschen eklig und vor allem, dass wir ein gutes Team sind.
Vielleicht sollten wir bald über einen Gruppennamen nachdenken. Der offizielle Log findet sich auf Geocaching.com