Man soll nicht nur schlechtes schreiben.
Am Samstag Abend haben meine liebste und ich uns auf den Weg gemacht, die Cranger Kirmes zu besuchen. Die Anfahrt war noch schön, bis wir das Auto stehenließen und mittels ÖPNV die letzte Meile zwischen pubertierenden Hormonbomben und freizeit Alkoholikern zurücklegten. Die unfreiwillige knuddelei im Bus war allerdings nur das anwärmen. Denn wer auf den Kirmesplatz möchte, darf sich mit vollem Körpereinsatz in die Massen werfen.
Meine Alarmglocken schrillen dabei wäre es doch selbst für mich ungeübten ein leichtes gewesen die Vergnügungssteuer einzuführen. Aber zum Glück hab ich keine Hände dort gespürt, wo sie nicht hingehörten.
Bereits nach den ersten Metern war klar, eine zweite Runde ist nicht möglich, bei einer geschätzten durchschnittsgeschwindigkeit von ca.0,5-1 m/30sek. Also direkt vorne mit dem Geldausgeben anfangen. Ungefähr auf hälfte der Runde hatten wir uns bereits an zwei Fahrgeschäften erfreut. Bei dem zweiten Fahrgeschäft empfand ich den sitz als sehr unangenehm, doch, was ich als gegeben hingenommen hatte, entpuppte sich als Schlüsselbund, unter anderem mit einem elektronischem Mercedes Benz Schlüssel dran. Diesen kurz zur Kasse gebracht und weiter in die Massen geworfen.
Unsere Augen erblickten den Live-Boxen Stand, als wir mal wieder nicht weiterkamen, aufgrund von massiver Gruppendynamik (also das ausbleiben jeglicher Bewegung bis das Gehirn wieder kapazität frei hat). Ich glaube die Neugier war es, die uns mit schlappen 6€ unkosten Beitrag in dieses Zelt brachte, um uns Ali und seine Kollegen anzusehen, wie sie von Dimitri, Boris und Vitali eins auf die Nase bekamen. Naja, Ali war nur der erste Herausforderer, sein Kollege der zweite. Beide haben den Kampf aufgegeben in der zweiten Runde. Herausforderer Nummer drei konnte seine antrainierte Kick/Thai-Boxer-Haltung nur schwer unterdrücken, zog beide runden sauber durch ohne dem Gegner luft zu lassen. Dieser schaltete leider auch auf volle Verteidigung und überlebte so spielend die zwei Runden. Herausforderer Nummer 4 gehörte wohl eher in die Kategorie Metallbauer und oder Rocker (Brustkorp wie ein Panzer mit leicher Lederweste drüber). Der sein Gegner beinahe bis zum KO gebracht hätte, leider jedoch in den letzten Sekunden zu zaghaft war und dem Verteidiger zeit zum verschnaufen gab. Keiner der 4 Herausforderer hat seine Prämie bekommen.
Um die aufgeheizten Gemüter danach abzukühlen mühten wir uns noch zur Wildwasserbahn durch um nach dieser noch das alte Monster zu besuchen. Meiner liebsten durfte ich dann noch ein paar Rosen schießen bevor wir uns auf den Heimweg machten.
Sehr gut emfpand ich das in ausreichender Zahl anwesende Sicherheitspersonal, mit dunkelgrüner Sturmuniform und Tonfas ausgestattet direkt vor den brandherden des kulturellen Schmelztiegels.
Alles in allem ein netter Abend, allerdings ist die Cranger Kirmes wirklich total überlaufen, wer nicht auf Tuchfühlung abfährt fühlt sich dort nicht wohl.