Archiv für Februar 2007

Ist Blut ist dicker als Wasser?

Samstag, 17. Februar 2007

Des letzte was ich von meiner Familie hörte war irgendein im Zorn gesprochenes Wort, welches durch den Telefonhörer drang, bevor ich aufgelegt hatte. Das war vor ungefähr zwei Wochen. Nichts ungewöhnliches, nicht bei uns.

In meiner Familie bin ich seit längerem schon nur das schwarze Schaf, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich konnte nicht im geringsten mit meiner grossen Schwester mithalten. Meine Schullaufbahn war nicht im geringsten so erfolgreich, mein beruflicher Werdegang sollte hier erst gar nicht erwähnt werden. Und zwischendurch war ich angeblich noch für die kaputte Beziehung meiner Mutter verantwortlich, weswegen ich den morgen meines 18 Geburtstages nicht mehr zuhause erleben durfte, sondern kurzfristig in einem Gästebett bei einer Schulkollegin einquartiert.

Seither hab ich immer versucht für alle da zu sein, jedoch am meisten für meine Freunde, wobei eigentlich meine Familie immer an erster Stelle stehen sollte. Aber meine Familie, so sehr sie mich auch unterstützt hat, hat mich auch immer wieder verstossen. Daher sind meine Freunde für meine Familie eingesprungen, so hat sich das bei mir eingebrannt. Um mich zu schützen, habe ich mich weiter abekapselt, habe meine angeblichen Freunde versucht so gut wie möglich kennenzulernen und habe viele ausgesiebt, das nur eine Handvoll übriggeblieben ist. Für jeden von denen würde ich ohne zu zögern durchs Feuer gehen, nicht nur als Redensart gemeint.

Meine Familie ist in den Hintergrund gerückt. Ich war auch für meine Familie da, und bin es heute noch. Doch wenn ich wieder zu spüren bekomme das ich doch nur das schwarze Schaf der Herde bin, verliere ich das dünne Band zwischen meiner Familie und mir aus den Augen. Das eigene Blut sollte man nicht belügen, und sich selbst schon gar nicht. Auch das war ein Grund, warum ich jenes letzte Gespräch abgebrochen habe. Vertrauen ist gebrochen, bis zum letzten Faden. Und den möchte ich nicht auch noch verlieren, weshalb ich nun den Kontakt meide.

Blut ist dicker als Wasser? Eine tatsache ja, aber ob dies als Redensart gut gewählt ist, wage ich schlicht zu bezweifeln. Wasser ist die Beziehung zu allen Menschen, Blut die Beziehung für die Menschen, für die man sein eigenes Blut opfern würde. Und schon hat das Sprichwort mit der Familie nur noch im zweiten Sinne zu tun, da die Freunde wichtiger geworden sind.

Haben Maschinen eine Seele?

Samstag, 03. Februar 2007

Das frage ich mich schon seit längerem, und eigentlich habe ich für mich die Antwort bereits gefunden.

Ich bin einer der Menschen, der sein Auto liebt, definitiv deswegen, weil sie charm hat, sehr gut aussieht, kraftvoll und ausdauernd ist und weil sie mir gehört. Vor allem letzteres ist für mich sehr wichtig. Mein Auto hat auch Charakter, so gibt es Tage, an denen sie keine Lust hat, sie läuft unruhig, der Motor reagiert träge und wenn es ganz schlimm ist, geht sie auch einfach wieder aus.

Vor kurzem hatte ich eine Unterredung zu dem Thema mit einem guten Kollegen, der als gelernter Schlosser, LKW-Fahrer und Motorradfahrer folgenden Satz zurückgab:

“Eine Maschine gibt dir das zurück, was du investierst. Wenn du 100% reinsteckst, bekommst du auch 100% zurück. Da ich von meiner Arbeitsmaschine immer 100% verlange wird es für meinen Chef richtig teuer.

Viel grübeln hat dies bei mir ausgelöst, wo ich doch grade von meinem Auto 100% verlange und leider nicht in der Lage bin ebensoviel für mein Auto aufzuwenden, weder an Zeit, noch finanziell. So gibt es viele Kleinigkeiten, die ich selber erledigen könnte, angefangen von Innenraum Restaurierungen über kleinere Reparaturen oder einfach nur Pflege.

Jetzt musste ich leider erkennen, dass obiges Zitat auch negative Seiten hat, mein Auto hatte einen kaputten Lüfterschalter, was mir bei den täglichen Autobahnfahrten leider erst auffiel, als ich im Stau steckte. Erstmal musste ich den Schalter überbrücken, bis ich mir eine Reparatur leisten konnte, leider konnte ich dabei dann auch nicht die Temperatur des Motors im Auge behalten, da der Messfühler im Schalter drinsitzt, der ja überbrückt wurde. Bis ich mir die Reparatur leisten konnte verging einige Zeit, die mein Auto mich weiterhin jeden Tag von Essen nach Moers und zurück bringen musste, das hatte wohl spuren hinterlassen…

Die Wasserpumpe war das nächste, was den Geist aufgegeben hatte, das bemerkte ich aber auch nicht sofort, da ich die Temperatur während der Fahrt nicht mehr kontrollieren konnte. Mir fiel es erst auf, als die süsse Durst bekam, und zwar recht viel Durst nach Kühlwasser. Diese Reparatur war wesentlich teurer, jedoch notwendig und wurde deswegen beinahe sofort ausgeführt. ca 2 Monate später musste ich wieder Kühlwasser nachfüllen, weil mein Auto mich dezent mit dem Lämpchen darauf hingewiesen hat. Da mir das sehr seltsam vorkam sind wir wieder in die Werkstatt und haben erfahren, dass die Zylinderkopfdichtung jetzt auch im Eimer ist.

Der Einbau einer Zylinderkopfdichtung gleicht einer Operation am offenen Herzen beim Menschen, auch wenn der Motor dabei nicht arbeiten muss. Aber der Preis dürfte leider in derselben Klasse liegen, somit steht wieder eine grosse und teure Reparatur an, die sich, aufgrund des Alters wahrscheinlich nicht mehr lohnt. D Reparatur kann ich mir bestimmt irgendwie noch leisten, ein anderes Auto nicht.

Im Moment erfüllt Kühlerdichtmittel den Zweck den Wasserverlust aufzuhalten, was es auch relativ gut tut, nur ist dies keine Dauerlösung. Seele hin oder her, dieses Auto kann und will ich nicht einfach aufgeben, zum einen hänge ich an dem Auto (erstes eigenes Auto) und zum anderen kann ich es mir nicht leisten sie zu verkaufen.

Mal sehen was die Zukunft bringt…