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Cory Doctorow – Little Brother

Sonntag, 08. August 2010

Da ich von einem Hörbuch grade tief berührt bin, möchte ich meinen Blog nutzen um auf den Autor und sein Werk aufmerksam zu machen. Cory Doctorow beschreibt in “Little Brother” in für mich erschreckender Nähe und Detailgenauigkeit, wie die Gesellschaft an einer Autoimmunerkrankung leidet und die Sicherheitssysteme des Staates nicht mehr die externen Erreger, sondern das eigene System angreifen.

Bedeutend für mich dabei die Nähe zu unserer aktuellen Gesellschaft. Das Buch spielt nicht in einer abgefahrenen Zukunft mehrere Jahre weit weg, wenn man die Schilderungen des Lebens liest, ist es wirklich erst morgen. Die Technik, welche heute ihre ersten Schritte wagt ist in der Welt zum Alltag geworden. Ideen und Ansätze wurden in die Tat umgesetzt und alles wirkt natürlich, abgestimmt und aufgrund guter Recherchen sehr realistisch.

Ich möchte nichts von der Story vorweg nehmen, was euch den Spaß am Lesen nehmen könnte, deswegen reicht das bisher gesagte aus. Die Personen des Buches sind nach meiner Meinung nicht geeignet, dass sich jeder damit identifizieren kann, auch sind nicht alle Handlungen für den einzelnen Nachvollziehbar. Aber fast alle Handlungen haben einen Wiedererkennungswert. Die Ereignisse in dem Buch lassen Erinnerungen aufwachen, von vergangenen Zeitungs-, und Fernsehmeldungen, Dokumentationen, realem Weltgeschehen.

Jeder, der die aktuellen Kontroversen der Politik, der Netzwelt, denKonflikt zwischen den Konservativen und den digital Natives nicht nachvollziehen kann, sei dieses Werk ans Herz gelegt – es wird keine Meinung bilden und niemanden beeinflussen – aber aufklären wird es besser als es jedes futuristische SciFi-Werk kann.

Der Autor stellt die meisten seiner Werke unter eine Creative-Commons-Lizenz, welche ein weiterverarbeiten ermöglicht, weswegen dieses freie Hörbuch als Podcast überhaupt entstehen konnte. Ebenso wie die Übersetzung. Viele Werke des Autors sind im Netz frei verfügbar, als digitale Version im PDF-Format oder für E-Book-Reader angepasst – oder eben auch als Hörbuch.

Wer an mehr Hintergründen interessiert ist, für den hab ich hier noch ein paar Links zusammengestellt:

Craphound.com – Cory Doctorow Website

Cory Doctorow – Little Brother official Site

Cory Doctorow – Little Brother wird verfilmt

Loveparade – Meine Meinung dazu

Dienstag, 27. Juli 2010

Auf unterstem Niveau bewegt sich die Masse heute mal wieder. Wenn man die Nachrichtenmeldungen verfolgt, welche im Nachgang zur Loveparade erscheinen, fragt man sich wirklich wie doppelzüngig die Menschen in diesem Land eigentlich sind.

Normalerweise gehört die eigene Meinung hinten dran, aber bevor ich hier gesteinigt werde, gebe ich sie mal vorneweg. Was bei der Loveparade passiert ist, ist passiert. Es kann nicht wieder gut gemacht werden, aber man kann aus den Fehlern lernen.

Meiner Meinung nach hätte die Loveparade nicht stattfinden dürfen. Wenn man mich als Ordner (habe ja selbst im Sicherheitsdienst gearbeitet) an dem Tunnel postiert hätte, hätte ich wohl meine Meinung bekannt gegeben, meinem Vorgesetzten ins Gewissen geredet und letztlich versucht das beste aus der Situation zu machen – immerhin kann ich wenn ich dabei bin noch versuchen etwas zu retten. Bei der Planung befragt hätte ich wohl angefangen die “Planer” auszulachen, aber das ist eine andere Baustelle. Denn hätte, wenn und aber können keinen Menschen wieder ins Leben zurückholen.

Das dort nicht nach Sicherheitsmaßstäben geplant, oder gar Fachwissen berücksichtigt wurde ist inzwischen wohl jedermann bekannt. Das die Staatsanwaltschaft deswegen ermittelt, allerdings ebenfalls.

Jeder Psychiater, Seelsorger und Priester wird mir wohl zustimmen, Reden hilft, seinen Gedanken Luft machen, hilft. Sich von der Seele schreiben hilft. Schonmal für sich selbst, aber auch für andere, die es lesen können und damit ihre eigenen Gedanken verarbeiten. Man kann sich selbst schlau machen, Hintergründe erfahren, Zeugenaussagen und Berichte lesen, Videos anschauen und weiterverteilen. Es ist richtig, dass jeder Aufgeklärt wird, was dort wirklich geschehen ist.

Wie Herr Middeldorf mit einem Kommentar seine Meinung kundtun steht jedem Frei, übrigens auch Frau Herrman. Der gesunde Menschenverstand, der den Kommentaren in Netz nach zur Urteilen nicht ganz so gesund sein kann (meine Meinung!) sorgt normalerweise dafür, dass man nicht vergisst in welcher Gesellschaft wir hier leben und welche Regeln hier gelten.

Hier in Deutschland gilt immer noch die Unschuldsvermutung. Jeder ist Unschuldig, bis seine Schuld bewiesen wurde und er rechtskräftig verurteilt ist. Und mir platzt der Kragen, wenn der Mob Verurteilt, wie man es in den Kommentaren nur zu Hauf lesen kann. Da werden aus Indizien Fakten und aus Anzeigen Verurteilungen. Die Menschen, welche bei einem reibungslosen Ablauf (trotz des unzureichenden Geländes) die Veranstalter in höchsten Tönen gelobt hätten, mutieren zur Zeit zum Lynchmob.

Ich halte nicht viel von der Bibel, aber die Aussage “Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!” den kennt wohl jeder. Verstanden hat ihn indes wohl kaum einer.

Wer also Morddrohungen ausspricht, sollte vielleicht mal überlegen ob man überhaupt den richtigen damit ins Visier nimmt. Wer immer lauthals irgendwelche Forderungen stellt, von Rückttritt, sozialer Ächtung, oder Lynchjustiz, sollte sich erstmal schlau machen was da überhaupt passiert ist.

Wer hier noch liest, dem ist noch zu helfen, denn er urteilt nicht ohne Sinn und Verstand. Es sind nicht die Raver, die Schuld an der Tragödie sind. Es sind auch nicht die Planer, die Stadt, die Polizei, irgendwelche Politiker oder Sicherheitsleute. Es sind alle gemeinsam. Denn es handelte sich um eine Massenpanik!

Das Risiko für eine solche ist bereits verschwindend gering. Und die schlechte Planung, der falsche Ort und das fehlende und unqualifizierte Personal begünstigten diese zwar, jedoch sind sie nicht dafür verantwortlich. Die “Planer” haben diese Tragödie nicht herbeigeführt, nicht verursacht, nicht hingenommen, nicht geplant, nichtmal für gut befunden. Morddrohungen, Selbstjustiz, Lynchgedanken sind daher fehl am Platze. da wir eine funktionierende Justiz haben und die arbeitet bereits. Man sollte die Justiz jetzt unterstützen und nicht behindern indem zur Lynchjustiz aufgerufen wird.

Jetzt hab ich gesagt, was alles nicht für die Tragödie verantwortlich ist, jetzt muss ich auch sagen was denn verantwortlich ist, oder? Nein, denn das kann ich nicht, ich war nicht vor Ort, ich kenne diesen speziellen Fall nicht.

Von Sodom und Gomorrha zu reden ist bestimmt nicht korrekt, wobei die Bibel doch beliebter zu sein scheint als ich vermutete. Aber man sollte nicht vergessen, dass die Loveparade schon immer ein besonders Drogen-affines Publikum hatte (Alkohol ist übrigens auch eine Droge). Gehen wir mal davon aus, dass nur 50% der Besucher keinen klaren Kopf mehr hatten, weitere 25% im Feierrausch waren (berauscht durch Feiern nicht durch Drogen) – gibt das einen der größten Faktoren für das was passiert ist. Trotz der beklemenden Umgebung, der Wände, Zäune und Absperrungen, was wäre wohl passiert, wenn die Feiernden in englischer Manier in der Reihe gestanden hätten und brav den Abstand zum Vordermann eingehalten hätten? Richtig, eine Massenpanik würde dann wohl kaum auftreten, es würde wohl auch keinem die Luft aus dem Körper gepresst werden.

Meine Meinung ist jedoch, dass viele (nicht alle) Besucher der Loveparade nur das Feiern im Kopf hatten und Verstand, Rücksichtnahme und Respekt zuhausegelassen haben. Zudem verhalten sich Menschen in der Masse selten so vernünftig wie sie es alleine tun.

Es wurde von den Ravern selbst geschoben und gedrängelt, wodurch es im Tunnel selbst erst zu der Panik kam. Vielleicht sollten sich die Raver mal fragen ob es denn richtig sein kann, für den eigenen Spaß nach vorne zu drängeln, nur um als Spät ankommender noch etwas von der Party mit zu kriegen. Wenn einer drängelt, spürt der Vordermann nur geringen Druck von hinten. Wenn 10 drängeln kippt vorne einer um. Und wenn er nicht umkippen kann, weil zu viele um ihn rum stehen? Dann setzt die Panik ein.

Diejenigen, welche für die begünstigenden Umstände verantwortlich sind, werden von der Justiz bestraft werden.

Alle anderen jedoch nicht…

Ich hoffe ich konnte wenigstens ein paar Leute zum Nachdenken anregen… Schreibt mir was ihr denkt!

Fotosafari in der Gruga

Sonntag, 25. Juli 2010

Eigentlich wollte ich einen Cache suchen, aber irgendwie bin ich abgedriftet und habe mehr Fotos an einem Tag gemacht als ich jemals gedacht hätte… ein paar schöne sind meiner Meinung nach dabei rumgekommen, entscheidet selbst…

Aktiv sein!

Dienstag, 20. Juli 2010

Vor kurzem geriet ich in eine vermeidbare Diskussion, welche mit Rechtsprechung als Thema anfing und bei Finanzpolitik abgebrochen wurde durch ein dezentes Gewitter. Eine typische Hölzchen auf Stöckchen auf Baum auf Raumschiff auf Steinzeit auf …*räusper* ihr wisst schon was ich meine… Diskussion.

Dabei wurde ich gefragt, was ich denn tun würde um die Gesellschaft zu verbessern.

Viele glauben, dass unsere Gesellschaft gelenkt wird von wenigen, von Entscheidern, von denen da oben. Um etwas zu verändern reicht es nicht man selbst zu sein, ein kleines Licht im Volk, ein Arbeiter, Angestellter, Freiwilliger. Um etwas verändern zu können muss man Geld haben, Macht haben. Oder Politiker sein – also Geld und Macht haben (Volksmeinung, nicht meine!).

Das sehe ich anders! Natürlich kann ich nicht direkt etwas bewirken. Ebenso wenig können dies aber auch Politiker, Wirtschafter, Berater, Psychologen, Bauarbeiter oder Putzfrauen. Aber jeder kann etwas beitragen. Die Politik  des Bürgers ist mehr als die Morgenzeitung zu lesen und am Stammtisch zu klönen, hohle Phrasen zu dreschen und über “die da oben” zu meckern. Die meisten wissen es nur nicht oder akzeptieren nicht, dass auch indirekt etwas erreicht werden kann.

Also, was tue ich, wie werde ich aktiv um mich selbst, die Gesellschaft, die Politik, das Land, meine Stadt, meinen Stadteil, meine Nachbarschaft, meinen Tribe und alles andere zu verbessern?

1. Lernen
Zwar kann ich auf ein recht breit gefächertes Allgemeinwissen verweisen, jedoch bin ich weit davon entfernt allwissend zu sein. Über bestimmte Themen habe ich mir zwar schon mehr Gedanken gemacht als der Durchschnittsbürger, doch habe ich meine Grenzen in vielen Bereichen. Um mir eine Meinung bilden zu können was falsch läuft, beschäftige ich mich ausführlich damit zu verstehen warum etwas so läuft, was für Auswirkungen ein anderes Verhalten zu tage fördern würde. Auch hier spielen Grenzen eine wichtige Rolle, habe ich doch nicht die Zeit noch das Verständnis um umfassend ein Thema erforschen zu können. Daher nutze ich als digital Native meine Möglichkeiten und informiere mich, wie viele andere auch, hauptsächlich online über alle Kanäle, die sich mir so bieten um mir von anderen Thesen und Antithesen anzueignen, diese gegen zu prüfen und darauf aufzubauen. Doch auch da spielt die Zeit ein Problem. Daher beschränke ich meine Nützlichkeit für die Gesellschaft und meine Lern-Aktivitäten auf meine wenigen Fachbereiche.

“Wissen ist das einzige Gut, welches sich durch teilen vermehrt!”

2. Aufklären
Es reicht natürlich nicht nur sich selbst das Wissen anzueignen. Es geht darum in der heutigen Zeit Wissen zu verbreiten. Die meisten Stammtischparolen und somit auch die meisten Meinungen der breiten Masse, zeugen leider von schlechter Information und/oder falschem Grundlagenwissen. Was also kann ich tun, um für die Gebiete wo ich dies kann, die Gesellschaft um mich herum unmittelbar zu verändern? Natürlich, ich kann mit Aufklärung dienen. Ich kann hingehen und Missverständnisse aufklären, Stammtischparolen erklären und aufklären warum sie falsch sind (wenn sie es sind, Ausnahmen bestätigen ja die Regel). Um also die Gesellschaft um mich herum zu verbessern, teile ich mein Wissen mit ihnen und kann so direkt eine kleine Gesellschaft um mich herum, indirekt aber viel mehr Menschen erreichen. Durch die Nutzung des Internet kann ich noch einen viel größeren Teil der Gesellschaft erreichen. Dazu muss ich nicht einmal hingehen und alles in eigene Worte fassen, es reicht auch aus die Grundlegende Idee des “World Wide Web” zu nutzen und zu verlinken. Wenn die wenigen, welche meinen Blog lesen dadurch Wissen finden, welches sie sonst nicht gefunden, womöglich nichtmal gesucht hätten, habe ich meinen Teil da nicht schon getan?

3. Teilnehmen
Schon immer bin ich der Meinung, dass passiv sein der schlimmste Fehler überhaupt ist. Aber was bedeutet das? Teilnehmen an der Politik muss nicht bedeuten Mitglied zu sein in einer Partei. Es muss nicht bedeuten an Demonstrationen teilzunehmen, Kundgebungen zu verfolgen und Flugzettel zu verteilen. Aber es kann all das bedeuten. Was macht ein digital Native stattdessen? Bloggen, Twittern und verlinken. Lesen und schreiben, verbreiten und aufklären.
Politik, Wirtschaft, Kultur, an allem kann man teilnehmen ohne einer von “denen da oben” zu sein. Petitionen z.B. natürlich ist es bei den meisten keine Nachrichtenmeldung Wert, wenn der Name unter einer Petition auftaucht – aber die Masse an Unterschriften macht die Petition dann doch interessant. Aktionen z.B. wie die Schufa-Auskunft-Aktion, bei der jeder seinen kostenlosen Anspruch auf die jährliche kostenlose Selbstauskunft nutzen sollte. Sammelklagen für Verfassungsbeschwerden wo es auf jeden Teilnehmer ankommt wie z.B. gegen die Vorratsdatenspeicherung oder den Zensus 2011. Teilnehmen kann jeder und jeder noch so kleine Beitrag ist ein Beitrag für unsere Gesellschaft.

Klingt das für euch Naiv? Hoffnungslos romantisch? Falsch? Mich interessieren eure Meinungen zu dem Thema!

[Update]
Offenbar sieht sogar unsere Kanzlerin, dass die Politik nicht mehr nur von denen “da oben”, also ihren eigenen Leuten gemacht wird – oder zumindest nicht mehr unbeobachtet. Für Frau Merkel ist es eine Gefahr, dass durch die neuen Medien jeder aktiv sein und sich einbringen kann. Das jeder in der Lage ist Aufklärung zu betreiben, sich Informationen gezielt und aufbereitet in verschiedenen Facetten zu holen und selbst zu verarbeiten. Das macht es natürlich den Politikern schwerer unbeliebte Themen schnell und heimlich abzuhandeln wie dies bei der Fußball-WM erneut geschehen ist. Die Netzgemeinde wird von der Politik, von “denen da oben” aktiv wahrgenommen und ist keine nutzlose Bewegung, kein sinnfreies zeitliches Phänomen. Macht mit Leute, seit aktiv dabei unsere Gesellschaft zu formen!

Forderungen für ein lebenswertes Netz (Update)

Dienstag, 20. Juli 2010

Wiedermal muss einer vorpreschen und die Fahne hissen, damit die Leute in den Kampf ziehen. Nunja, ganz so schlimm ist es nicht, aber ernst sind hier sowohl die Forderungen des CCC gemeint, als auch der Aufruf ihnen ihnen zu folgen. Zum Kampf sollte es hoffentlich gar nicht erst kommen.

Der CCC hat Forderungen für ein lebenswertes Netz in 11 Punkten zusammengefasst, und bekommt hoffentlich ordentlich Rückenwind aus der Netzgemeinde und  nicht nur von netzpolitik.org.

Unter anderem fordet der CCC freien Netzzugang als Grundrecht, was zum Beispiel in Finnland kürzlich anerkannt wurde. Als Grundlage für den Bürger aktiv am kulturellen und politischen Leben der Neuzeit teilzunehmen.

Weitere Punkte umfassen die alltägliche Datenschutzfrage sowie die Transparenz der öffentlichen Daten – was nicht nur nach Meinung des CCC im Moment genau verkehrtherum läuft.

Die Forderungen im Einzelnen:

  1. Netzzugang ist ein Grundrecht und Bedingung für die Teilnahme am kulturellen und politischen Leben
  2. Nutzen des Netzes kann sich nur entfalten, wenn die Netzneutralität garantiert ist
  3. IT-Großprojekte der öffentlichen Hand nach sinnvollen Kriterien vergeben
  4. Öffentliche Daten transparent handhaben
  5. Klare Absage an Softwarepatente
  6. Urheberrechtgesetzgebung modernisieren
  7. Zugangsprovider haften nicht für die Daten ihrer Kunden
  8. Private Daten besser schützen
  9. Recht auf Anonymität etablieren
  10. Profilbildung über Menschen verhindern
  11. Whistleblower-Schutz verbessern

Lostplace Sägewerk

Freitag, 16. Juli 2010

Gestern Abend hat es uns wieder gepackt, das Geocaching-Fieber. Und weil Lostplaces immer ein ganz eigenes Ambiente haben, haben wir auch direkt ein paar schöne Fotos gemacht. Ich bin ja nicht erfahren als Hobby-Fotograf, aber ich kann mich immer mehr an dieses Hobby gewöhnen, vor allem nachdem meine Kamera mehrere Jahre lang nur für Ebay-Artikel Fotos verwendet wurde.

Natürlich hab ich gestern meine Kamera auch zuhause gelassen, aber da unsere Gastcacherin ihre dabei hatte und mein Handy auch keine schlechten Fotos macht, sind ein paar Schnappschüsse entstanden, mein persönliches Highlight:

Mal zum vergleich ohne Sepia-Effekt:

Wirkt dann meiner Meinung nach nicht mehr gelungen…

Auch sehr interessant war ein Brunnen, der mitten im Sägewerk in einem unscheinbaren Verschlag zu finden war.

Leider ist es auf dem Bild nicht ganz so gut zu erkennen, obwohl der Blitz eigentlich gut ausgeleuchtet hatte (Kameradisplay) aber es geht ca 10m abwärts und endet nicht gut wenn man dort runterfällt.

Wer auch immer sich zu solchen Lostplaces begibt sollte wirklich vorsichtig sein, denn mitunter sieht man gefährliche Löcher im Boden nicht. Eine gute Taschenlampe ist unverzichtbar.

Ich habe keine Ahnung wofür diese Bodenschächte waren, aber es gibt einem einen gewissen Nervenkitzel. Nicht, dass die Atmosphäre nicht schon nervenaufreibend genug wäre.

Das sollte erstmal reichen um euch einen Eindruck zu verpassen wie Team “Liebe & Wahnsinn” samt Gastcacherin den gestrigen Abend verbracht haben.

eEtiquette, Nettiquette, Chatiquette…

Donnerstag, 15. Juli 2010

Ein neuer Anlauf für die Benimmregeln im Internet wurde gestartet. Wie ich vor einiger Zeit schon schrieb kamen Politiker auf die Idee die Do’s und Don’ts des Internet niederzuschreiben und für jedermann zugänglich zu machen.

Nachdem wohl über einen langen Zeitraum vorschläge für Sinnfreievolle Regeln gesammelt wurden, hat jemand diese auf eine Website aus den frühen 50er Jahren gesammelt – und dabei gegen sämtliche ungeschriebenen Verhaltensregeln für vernünftige Webseiten verstoßen wie Lesbarkeit, Barrierefreiheit, Geschmack…

Für alle die Schmerzfrei beim anscheuen von Internetseiten sind, findet sich hier das Ergebnis.

Schade nach meiner Meinung:

  • Die Regeln sind viel zu Umfangreich und teilweise redundant.
  • Die Regeln führen in die vollkommen falsche Richtung, zum Beispiel Regel 8. Warum sollte man Rechtschreibfehler online ignorieren? Ganz im Gegenteil, da unsere Jugend bereits immer schlechter in deutscher Rechtschreibung wird sollte jeder im Internet als Vorbild dienen und sich die Zeit nehmen (zumindest zu versuchen) korrekt zu schreiben.
  • Regeln widersprechen sich, zum Beispiel widerspricht Regel 8 der Regel 14 aber nur wenn nicht die Phrase aus Regel 10 Verwendung findet.
  • trennen nicht zwischen Verhalten im Umgang mit den neuen Medien ausserhalb der digitalen Welt und Verhalten in der digitalen Welt. So hat Regel 20 nun wirklich gar nichts mit dem Verhalten in der digitalen Welt zu tun.
  • Einige der Regeln widersprechen dem normalen Verhalten mit älteren Medien komplett, so zum Beispiel Regel 31. Wer ein Telefon hat, wird angerufen, wenn es eingeschaltet ist. Warum sollte ich bei eingeschaltetem Skype dieses nicht auch tun dürfen?

Es gibt bestimmt noch mehr Punkte, die ich hier ankreiden könnte, aber etwa bei Regel 35 bekam ich Kopfschmerzen von der wirklich schlechten Darstellung auf der Seite…

Identitätsfindung…

Samstag, 10. Juli 2010

Wie ergeht es einem digital Native wenn er feststellt, dass die Datenautobahn zu schnell für ihn ist?

Zuerst einmal, ja, ich zähle mich zu den “digital Natives”, da ich seit meiner Jugend Computer und das Internet täglich nutze, sie einen Teil meines Lebens darstellen, ich mein Leben damit manage und teilweise sogar meinen Lebensinhalt mit ihnen fülle, von meinem Job ganz zu schweigen.

Was bedeutet es also ein digital Native zu sein? Für mich ist es, morgens statt in den Briefkasten in den Posteingang des Mailprogramms zu schauen. Statt der Zeitung meinen Newsreader aufzurufen und meine Podcasts herunterzuladen, welche danach auf das Handy geladen werden um mit ihnen die Fahrt zur Arbeit vergnüglicher zu machen.

Es bedeutet für mich Kontakt zu halten zu Freunden, Bekannten, Kollegen. Ein paar Jahre lang hab ich anstelle zum Telefon zu greifen die Tastatur unter die Finger genommen, Rat gesucht, Trost gespendet, Hilfe gegeben und gefunden,. gelacht, gescherzt, getrauert, kurz gelebt.

In einer ziemlich einsamen und tristen Phase meines Lebens habe ich die ganze Nacht im U-Boot Chat gesessen und mit einer Psychologin aus Hamburg gechattet. Etwa einen Monat lang jede Nacht. Wir hatten beide dasselbe Schicksal die Zeit über arbeitslos zu sein und beide das Glück zu den ersten Flatrate-Besitzern Deutschlands zu gehören (Flatrate, 56K-Modem über analoge Kupferdoppelader). Ich habe den Kontakt zu dieser Bekanntschaft leider verloren, als sich mein leben ein weiteres Mal änderte – zudem hab ich die Community vom U-Boot verlassen, da sie sich anders entwickelt hat als es mir recht war.

Die Freiheit zu wechseln, sich nach eigenem Interessen zu organisieren und im Netz dorthin zu gehen wo man sich wohlfühlt, solange man sich dort wohlfühlt – auch das bedeutet es für mich ein digital Native zu sein.

Im Internet habe ich gelernt, meine Kenntnisse erweitert und geteilt. Von neuen und alten Dingen erfahren, Zusammenhänge herausgefunden und nachvollzogen. Bei meiner Arbeit ist es üblich, nicht nur mit seinem eigenen Wissen zu arbeiten, sondern als Kollektiv. Programmierer aus der ganzen Welt teilen ihr Wissen und ihre Lösungen. Helfen sich gegenseitig Probleme zu lösen und schließen sich zusammen um aus altem neues zu schaffen.

Für jedes Interesse, für  jede Sparte von Wissen und Fertigkeit. Für jedes Hobby, jeden Geschmack und jede Laune konnte man sich im Netz eine Identität schaffen. Viele haben mehrere, ich habe eine für alle. Meinen Nick bei Suchmaschinen einzugeben führt zu massigen Ergebnissen die alle zu mir und meinem Leben gehören. Mehr richtige Treffer als man unter meinem richtigen Namen findet.

Ich war ganz weit vorne und nach meinem Verständnis bin ich es sogar heute noch. Ich nutze alle Vorteile, die mir das Netz bieten kann. Zumindest alle, die ich sehe. Ich verstehe die Diskussionen um Privatsphäre, Datenschutz und unsere Grundrechte, doch liegt meine Meinung vielleicht ein wenig abseits von der Norm. Das Internet ist ein Teil meines Lebens, es muss nicht anonym sein nach meiner Meinung und auf meine Art ist es das auch nicht.

Die Datenautobahn ist zu schnell für mich geworden, wie ich so langsam erkenne. Ich lebe im Netz, aber ich lebe langsam. Heute sind E-Mails schon so tot wie Briefe. Blogs nicht mehr aktuell genug, und Messaging zu eintönig. Was in meiner Welt noch auf vielen Spuren der Datenautobahn parallel abläuft muss heute auf eine Spur passen – dazu noch in dreifachen Tempo.

Also versuchte ich mitzuhalten und habe mich in die neuen Welten vorgewagt. Twitter war das erste, immerhin hört man überall davon. Um auf die Beschleunigungsspur zu wechseln ist dies Pflicht. Für mich ist es eine Mischung aus Messaging, Blogging und Chatting geworden. Jeder mit jedem, jeder kanns lesen, jeder kann sich einmischen und das schlimmste, meistens kommt nichts dabei heraus ausser Kurzweil. wer drei Stunden offline war kann bereits nicht mehr aufholen, was er verpasst hat. Nützliche Informationen für mein Leben kann ich dort jedoch kaum finden, das bisschen Zeitvorteil was ich gegenüber den Blogs habe kann ich auch nur dann ausnutzen, wenn ich ständig den Twitter-Feed im Auge habe.

Dailybooth ist eine andere Community, wo ich mich zur Zeit versuche. die Idee dahinter ist einfach, Dokumentiere dein Leben mit einem Foto jeden Tag. Da mir die Idee gefällt hab ich das nun ein wenig ausprobiert. Jetzt will man als medienkompetenter Mensch natürlich nicht zu viel von sich Preisgeben, aber doch Teil der Community sein. Ein Konflikt mit sich selbst? Mitnichten, der Spaß an der Sache zählt.

Bei Bookrix bin ich seit ich einen Ebook-Reader, ein Cybook-Opus, mein eigen nenne. Hier suche ich regelmäßig nach neuem Lesestoff. Zudem habe ich es bereits geschafft  meine erste Kurzgeschichte dort zu veröffentlichen. Je nachdem wie viel Zeit ich habe und wie kreativ ich mich fühle, kann ich hier weitere Stories, Bücher, Comics und weiteres veröffentlichen. Natürlich kann ich das über meinen Blog, nur hier ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass es auch gelesen wird.

Was bleibt ist die tägliche Frage, ob es ein Teil seines digitalen Ich ist, oder nur ein Versuch sich selbst zu finden. Was ist mit den digital Natives da draußen wann habt ihr euch das letzte Mal wirklich Gedanken über eure Identität gemacht? Was werde ich wohl als nächstes tun um meine digitale Identität zu finden?

Erinnerungen…

Samstag, 12. Juni 2010

Ich dachte nicht, dass ich darüber mal schreibe, jedoch hab ich grad die folgenden Fotos in meinem Handy gefunden und dachte ich kann ja mal wieder meinen Blog updaten.

Dazu möchte ich aber noch gerne loswerden, dass ich in meiner Kindheit drei Ferrari Modelle zum spielen hatte, einen Ferrari F40 und gleich zweimal den Ferrari Testarossa. Natürlich hatte ich noch dutzende andere Autos, aber diese waren jene etwa 20cm großen Modelle, welche sich Sammler normalerweise in die Regale stellen und keine Matchbox-Klumpen. Damals bereits fand ich das runde Design des F40 nicht so ansprechend wie den Charakteristischen Testarossa, ich mag halt Ecken und Kannten, vielleicht freue ich mich auch deswegen heute noch jeden Tag, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit beim Hummer-Racing-Team vorbeikomme und die schicken “Brotkästen” vor der Garage stehen sehe.

Anyway, nachdem diese Faszination für dieses markannte Auto schon fast in Vergessenheit geraten war, habe ich vor kurzem aus dem Augenwinkel beim Vorbeifahren auf einem Werkstattgelände das äusserst markante Heck eines Ferrari Testarossa gesehen und konnte nicht umher, bei nächster Gelegenheit mir das Auto mal aus der Nähe anzuschauen. Hier die Fotos:

Um ein optisches Gefühl für die reale Größe des Autos zu bekommen hat meine bezaubernde Assistentin sich unbeabsichtigt ins Bild geschummelt ;-).

Leider ist der Wagen nicht gut in Schuss und wenn die Augen wie jetzt halt ein paar Jahre mehr die Realität gesehen haben, übt der Wagen nicht mehr dieselbe Faszination aus wie früher. Trotzdem konnte ich aus der Konditionierung meiner Jugend nicht ausbrechen und musste einfach dieses Auto von allen Seiten begutachten.

Nur um dann fest zu stellen, dass die Front noch langweiliger aussieht als damals am Modell, wo dies schon der lahmste Anblick war.

Und entsetzt zu sein von der enormen Kiste, welche die italienische Dame hat. Auch das sah in meiner Erinnerung am Modell wesentlich wohlgeformter aus.

Kurzgeschichte veröffentlicht

Mittwoch, 17. März 2010

Nachdem ich mir das seit Monaten schon vorgenommen habe, kam ich endlich dazu eine kleine Kurzgeschichte zu schreiben und bei der Bookrix-Community endlich aktiv mitzuwirken.

Seit ende Oktober 2009 bin ich Mitglied bei der Community von Bookrix, in erster Linie, weil ich Material für meinen Ebook-Reader gesucht habe. In der Community kann jeder seinen eigenen Lesestoff als Ebook-Version veröffentlichen von der Community bewerten lassen, etc.

Bisher habe ich immer entweder zu viel Arbeit gehabt, oder Projektarbeiten für die Schule, oder sonst irgendwas, was mich am schreiben gehindert hat. Große Ambitionen wie mein Kollege JT, der bereits einen Shadowrun-Roman veröffentlicht hat, habe ich dabei nicht, aber ich möchte halt ein bisschen meine Gedankenwelt mit anderen teilen.

Da ich diese Woche Krankheitsbedingt zuhause bin und mir fest vorgenommen habe wirklich abzuschalten und mich zu erholen, konnte ich wenigstens ein paar Seiten niederschreiben, eine kleine Geschichte aus dem Leben meines einstigen Shadowrun-Charakters Sniper-Wolf. Genauer gesagt eine Ausarbeitung aus seiner Vorgeschichte. Wenn mich die Muse wieder überkommt werde ich wohl auch weitere Abenteuer des Charakters veröffentlichen – ja nachdem wie meine Zeit das zulässt.